Warum ich mir das cachen nicht verbieten lasse…

Im Blog von LBG Ruhrgebiet (LBG steht dabei für Location Based Games) schrieb chrisrock31 einen tollen Artikel dem ich 1:1 nur zustimmen kann und ihn hier einfach mal kopiere. Wie gesagt, der Artikel stammt nicht von mir, das Original ist im Blog von LBG Ruhrgebiet zu finden. Das sollten sich alle Geocacher, Opencacher, Extremcacher und wie sie sich sonst noch so nennen mal zu Herzen nehmen. Kommentare dazu ladet bitte im Original-Blog ab, schließlich hat chrisrock31 sich die Mühe gemacht den Artikel zu schreiben und nicht ich.

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Keine Frage; wir leben “in Zeiten des Umbruchs”.
Geocaching mit all seinen Auswüchsen rückt immer mehr in die Öffentlichkeit und damit auch in die Schusslinie zahlreicher Interessensvertreter.
Es steht auch nicht zur Diskussion, dass wir (und damit auch ich) aktiv zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Herrscharen von Geocachern suchen die Powertrails im Lande heim – mit entsprechenden Folgen, Nachtcaches sprossen aus dem Boden, es wurde geschraubt, gemalt, gebaut, betoniert, aufgebrochen,…Ich bezweifel nicht, dass sich einiges ändern müsste; das respektvoller mit der Natur umgegangen werden müsste, das Sachbeschädigungen keinen Platz haben, usw.

Etwas jedoch irritiert mich. Immer wieder ließt man in Foren und Blogs Aussagen in der Art von:

Wenn sie nur am Ort interessiert sind, warum muss es dann im Rahmen des Geocachings sein? Damit schadet man ob gewollt oder nicht dem gesamten Hobby…
[Quelle Geoclub – im Zusammenhang mit extremcaching.de]

Wer will, soll LP besuchen, aber last doch einfach die Dosen weg.
Wer will, soll Bäume und Feldwände hochklettern, aber last doch einfach die Dosen weg.
Wer will soll in Höhlen rumkriechen, aber last doch einfach die Dosen weg.
Man muss doch nicht auf Teufel komm raus alles mit Geocaching verknüpfen!
[Quelle Geoclub – im Zusammenhang mit extremcaching.de]

Aber: Warum muss man unbedingt das ganze unter der Flagge des Geocachings betreiben? Wenn irgendeiner auf dieser Plattform Schei**e baut, waren es die Geocacher!
[Quelle JR849]

Egal ob Geocaching.com, Opencaching.de, Opencaching.com oder wie auch immer die Plattform heißen mag, das Listing bereit hält und es findbar ist, und auch gesucht wird, wird sich dieser Grundeigentümer über die uneinsichtigen Schatzsucher ärgern.[…]
Jeder ist gefragt, unser Hobby zu erhalten
[Quelle: Das Lange Suchen – Im Zusammenhang mit der Auslagerung einiger Caches nach OC.de]

Nein. Ich werde nicht den Grundstückseigentümer fragen, bevor ich dort einen Cache lege.
Ich habe diesen “Dialog” bereits mehrfach versucht – es ist eine Arbeit, die ich nicht einsehe. Da kann jemand in Seattle mir vorschreiben was er will. Für einen gemeindeübergreifenden Wandermulti von 16km Länge und reinen Ablesestationen auf Wegen habe ich es versucht. Ich habe mit insgesamt 12 Personen über Wochen direkten und indirekten Kontakt gehabt…und es wurde nicht erlaubt, weil der Grundstückseigentümer befürchtete, der Jäger könnte gestört werden, der damit einverstanden war. Nein ich mache das nicht.

Nein. Ich werde mir auch nicht vorschreiben lassen, wie ich cachen gehen soll.
Ich mag LPs. Ich besuche LPs auch ohne Dose und manchmal ist das noch schöner. Ich werde es aber auch weiter machen. Ich werde auch weiter Höhlen befahren und dafür fahre ich auch mal ein paar Kilometer. Ich laufe dafür auch einen 12km langen Kreis durch den Wald. Ich werde mich auch weiterhin abseits der Wege durch den Wald bewegen, solange dies dort erlaubt ist.

Nein. Ich werde mich weiter Geocacher nennen.
Ich bin Geocacher und bleibe Geocacher – solange, wie ich entlang meines Weges eine Dose suche. Sei dies nun ein Logbuch in einer Höhle, nachts, auf einem LostPlace, einem Bunker oder im Unterholz.

Warum?
Das sind für mich essentielle Aspekte des Hobbys. Es ist nichteinmal 1,5 Jahre her, da veröffentlichte Groundspeak ein Video von der “Stadt im Wald” – als Geocaching. Vor drei Monaten veröffentlichte Groundspeak ein Video zur Vorstellung von Nachtcaches. Und nun verbietet/schränkt es eine Plattform deutlich ein – und das ist in Ordnung. Trotzdem lasse ich mir nicht verbieten LPs zu besuchen und dort ein Logbuch zu suchen – wenn auch vielleicht eines, das auf einer anderen Plattform veröffentlicht ist.
Aber auf einer anderen Plattform betreibe ich das selbe Hobby. Ich für meinen Teil bin dann weder ein Opencacher, noch ein Garmin-Opencacher noch ein Terracacher, noch ein Extremcacher, oder wie immer die Plattform heißen mag – ich bin Geocacher – oder seit wann bin ich Groundspeaker?

Solange ich keinem Verein oder einer sonstigen Institution unterworfen bin, kann ich das Hobby betreiben, wie ich es möchte.

Was ich aber mach – ich halte mich dabei an geltende Gesetze – wenn wir das mit LPs mal ein wenig “ausklammern”.
Ich verlasse den Weg, wo dies durch das Betretungsrecht gedeckt ist und nicht im NSG.
Ich beschädige kein fremdes Eigentum – auch keinen Baum, so dass dem Besitzer ein wirtschaftlicher Schaden entsteht.
Ich betrete keine Fledermausquartiere zwischen Oktober und März. Aber beispielsweise kleine Bunker, die im Winter deutlich zu kalt sind…
Ich gehe respektvoll mit der Natur um – ich hinterlasse keinen Müll, fahre nicht mit dem Auto durch den Wald, jage mit der X21 keine Rehe…
Ich versuche andere nicht zu belästigen. Ich laufe nicht grölend nachts durch das Wohngebiet, ich versuche den Jäger nicht zu stören, ich trampel nicht in Vorgärten rum, ich schleiche nicht um irgendwelche Regenrinnen vor Kindergärten herum…und sollte das aus Versehen dennoch geschehen (wir sind ja alle Menschen), dann suche ich nicht den Konflikt.

Manchmal hört man Geocaching steht kurz vor dem gesetzlichen aus – Belege bleiben diejenigen jedoch bisher aus die das verbreiten. Geocachen kann auch gar nicht vor dem gesetzlichen Aus stehen. Wenn ich mich an geltendes Recht halte, so kann man es mir garnicht verbieten.
Wenn ich eine Wandervorschlag mit dem GPS abgehe – dann ist das mein Recht. Und wenn jemand auf seiner Website, einem Forum, via Twitter oder sonstwie verbreiten will, dass jeder erfolgreiche Wanderer sich in sein “Wanderbuch” eintragen kann – dann ist das sein Recht…auch wenn er es Logbuch nennt und dafür einen zentralen Anbieter wählt.
Wenn ich eine Höhle innerhalb der gesetzlichen Regelungen befahre und mich in das Höhlenbuch eintrage –  dann ist das mein Recht – auch wenn es statt Höhlenbuch Logbuch heißt…
Wenn ich einen Berg besteige und mich in das Gipfelbuch eintrage – dann ist das Recht – auch wenn es in dem Fall Logbuch genannt wird…
Wenn ich innerhalb der gesetzlichen Regelungen tauche und meine Initialen auf eine dafürvorgesehe Tafel schreibe – dann ist das mein Recht…und ich darf es sogar öffentlich verbreiten, via Twitter, mit Foto, auf einer oder meiner Internetseite, in Blogs, oder auch als Zeitungsanzeige.
Wenn ich durch das Unterholz streife und Pilze suche – und mich jemand an die besten Plätze via Koordinaten leitet und als Dank ein paar Zeilen in seinem “Pilzesammlerband” erwartet – dann ist das sogar in zahlreichen NSGs mein Recht.
Wenn ich nachts eine Halde im Ruhrgebiet betreten möchte (auch sowas wurde schon archiviert), um die Aussicht zu genießen – dann ist das mein Recht – auch wenn dabei an einer besonders schönen Stelle ein Logbuch zu finden ist, oder ich dort ein Foto von meinem GPS mache und es anschließend hochlade…ich darf sogar unterwegs Sudokus lösen, Binärzahlen umwandeln und Anrufbeantworter anrufen – es ist mein Recht.
Ich betrete LPs – ja. Kann das Hausfriedensbruch darstellen? Möglicherweise. Bin ich dort schonmal vom Eigentümer/Verwalter angetroffen worden – ja…und immer und ohne Ausnahme ergab sich ein zum Teil sehr interessantes Gespräch und man durfte mit der Kamera weiterziehen. Es wurde geduldet – ein Recht ist hieraus aber nicht abzuleiten.

Und wenn nun an meinem Weg ein Logbuch für mich zufinden ist, dann bin ich geocachen – egal wo entlang der Weg mich führte. Und solange ich ein paar Punkte beachte sogar mit Recht. Und wenn ich hier in dem Blog einen Wandervorschlag vorstelle und als Ziel eine Schatztruhe mit Ü-Eierfiguren angebe und jeder erfolgreiche oder nichterfolgreiche Wanderer sein Feedback als Kommentar hinterlassen soll – dann darf ich das – und ich darf es “Geocaching” nennen.