N 53° 05.595 E 010° 43.686

Wer jetzt glaubt dass sich hinter dem Titel des Artikels ein Geheimnis verbirgt hat garnicht so unrecht.
N 53° 05.595 E 010° 43.686, das sind die Koordinaten zu unserem ersten Cache unseres neuen Hobbies Geocaching. Womit alles begann, was Geocaching überhaupt ist und was zur Hölle sich hinter den Koordinaten verbirgt erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Alles fing an als ich mein neues Handy HTC Desire bekam. Beim Stöbern durch den Android Market stolperte ich über die kostenlose Software c.geo (Downloadlink unten!) mit der man auf die riesige Datenbank von Geocaching.com zugreifen kann. Von Geocaching hatte ich früher schon einmal was gelesen und mit meinem Pocket-PC versucht im Wald Peilung aufzunehmen. Das Ding jedoch hat nur als Briefbeschwerer getaugt so dass ich den Plan sehr schnell verwarf.

Da das aber vor einigen Jahren schon war und die Technik weiter voran schritt wollte ich dem Geocaching eine neue Chance geben. Also schnell bei Geocaching.com angemeldet, Software aufs Handy drauf und schon stellten wir fest dass quasi direkt um die Ecke schon der erste Cache lag.

Aber bevor ich hier mit Fachbegriffen rumschmeiße und von unseren Erfahrungen erzähle will ich Euch kurz das Thema Geocaching erläutern. Keine Angst, dauert nicht lang und ist recht witzig.

Beim Geocaching macht man sich anhand von Koordinaten mit Hilfe eines GPS-Gerätes auf die Suche nach versteckten Caches. Caches sind wasserdichte Dosen oder Behälter in denen Logbücher und manchmal auch kleine Tauschobjekte drin liegen. Rund um fast jeden Cache gibt es eine interessante oder witzige Geschichte was die Sache spannend macht.
Der erste Cache wurde am 03.05.2000 von Dave Ulmer in den USA versteckt. Er wollte damit die Abschaltung der Verschleierung des GPS-Signals des US-Militärs feiern. Vorher hatte GPS für private Nutzung eine Genauigkeit von +/- 100m, von da an „nur“ noch + / – 10m was einen riesigen Schritt nach vorn bedeutete. In dem ersten Cache versteckte er Tauschobjekte wie eine CD, eine Videokassette, Geldscheine, ein Buch, eine Steinschleuder und eine Konservendose mit Bohnen. Danach veröffentlichte er in einer Newsgroup die Koordinaten des Stash (engl. „Geheimversteck“). Die Konservendose existiert heute immer noch und wird bei Geocaching-Events umhergezeigt.

So, genug Geschichte, zurück zu unserem ersten gefundenen Cache. Der Name war „5 x Pinus sylvestris“ und beschreibt ein Naturschutzdenkmal bei mir in der Gegend. Diese Krüppelkiefern kannte ich schon mein Leben lang, wusste aber nicht dass dort ein Cache versteckt war. Die Koordinaten waren recht schnell gefunden (klar, ich kenne die Kiefern ja) aber wo sollte man nun suchen? In der Cachebeschreibung war ein Hinweis versteckt: „Eisen + 2m“. Gut, vor Ort war eine Eisenabdeckung für die Feldberegnung und der passende Baum war schnell gefunden. In einem Hohlraum lag dann eine wasserdichte Dose mit dem Logbuch und einigen Tauschobjekten. Junior war hellauf begeistert und tauschte einen Kühlschrankmagnet gegen ein Neon-Armband (uuuuh!).

Das Caching-Fieber hatte uns gepackt. Schon am nächsten Tag machten wir uns mit Koordinaten bewaffnet auf die Jagd nach weiteren Schätzen. Klar erlebten wir auch einige Rückschläge wie z.B. „Graf Zahl“ der sich erst im dritten Anlauf bergen ließ.

Soweit, so gut was das Cachen mit dem Handy anging. GPS frisst aber irre viel Akkuleistung und ist, wie wir bald feststellen sollten in bewaldeten Gelände total unbrauchbar.

Vor ein paar Tagen gingen wir mit einem Cacher los der das schon länger macht. Wir suchten uns „Landart Six“ aus, einem so genannten Multicache (mit mehreren zu suchenden Stationen). Mitten im Wald hatte inser GPS-Handy nur noch eine Genauigkeit von +/- 32m was die exakte Suche nach einem ganz bestimmten Baumstumpf nicht wirklich erleichterte. Wir hätten nach unserem Gerät zufolge die Auswahl von rund 15 Stümpfen gehabt. Das GPS-Gerät von Garmin war da deutlich exakter so dass die Suche besser ablief.

Beim Geocaching gibt es auch einige, ich sag mal, extreme Varianten. Da gibt es Caches die man nur durch Abseilen auf raufklettern mit Ausrüstung erreicht, Tauchcashes oder so genannte Nachtcashes. Die muss man dann mit Taschenlampen und/oder UV-Geräten suchen, sonst findet man entscheidende Hinweise nicht. Ebenso gibt es Caches die an so genannten „Lost Places“ liegen. Das sind Orte wo sich für gewöhnlich niemand mehr aufhält wie z.B. eine verlassene und verwaiste Lungenheilanstalt in der Nähe von Berlin. Das ist dann die Suche mit dem gewissen Extra.
Damit man sich aber nicht aus Versehen auf die Suche nach solchen Caches macht und dann enttäuscht wird weil es irgendwo nicht weiter geht werden die Caches nach Schwierigkeitsgraden sortiert die man schnell sehen kann und dann entscheidet ob das wirklich was für einen ist. Ob ich jemals einen Nacht- oder LostPlace-Cache suchen werde: keine Ahnung, vermutlich nicht, ich bin ein Schisser^^.

Videos zu dem Lost Place „Beelitzer Heilstätten“
(Einen Link zum Cache gibt es nicht, der Grundstückseigentümer untersagt das Betreten)

http://www.youtube.com/watch?v=TTAPUFYrogo

http://www.youtube.com/watch?v=50Kvqn8grII

Video zu dem Lost Place „Waldkrankenhaus

Inzwischen macht uns das Cachen so viel Spaß dass wir selber auch mal einen Cache versteckt haben. Und da kommen dann auch die Koordinaten ins Spiel. Bei N 53° 05.595 E 010° 43.686  findet Ihr zwar nicht den Schatz, aber den Startpunkt zu unserem ersten Multicache „Stairways to Heaven„.

[singlepic id=98 w=160 h=120 float=left]Der Cache besteht aus einem PETling mit Logbuch welches wir selber erstellt haben. Und weil das ein wenig kniffelig ist das Logbuch und die Tarnhülle zu erstellen haben wir eine Vorlage erstellt die man hier bei uns kostenlos downloaden kann. Die Vorlage ist für PETlinge mit 14cm Länge gedacht. Weitere werden folgen.
Geocache Logbuch Vorlage PETling 14cm

Einer der bekanntesten Geocacher ist der Comedian Bernhard Hoëcker. Er hat sogar ein Buch zu seinem Hobby veröffentlicht. Der Titel lautet „Aufzeichnungen eines Schnitzeljägers“.

Links und Quellenangaben:

Geocaching.com – weltweit größte Datenbank der Caches, dort stammt auch das Logo oben links her

Geoclub.de – Deutsche Cacher-Community

Wikipedia-Eintrag zu Geocaching

Geocache Logbuch Vorlage PETling 14cm

Über diesen QR-Code bekommt man die Software c.geo für sein Android-Handy (einfach abscannen)

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