Frauen haben Eisbeine

SchreibfederOhauerha, da stöbert man ein wenig in der Wayback Machine archive.org, schaut mal wieviel vom alten Webprojekt echtbloed.de dort gespeichert ist und findet einen eigenen literarischen Erguss aus dem Jahre 2003, welcher aber auch heute noch top aktuell ist! Gut, bis auf die Fussball-WM…
Aber mein Meisterwerk muss ja erhalten bleiben, drum bin ich froh ihn wieder gefunden zu haben und präsentiere ihn Euch hier voller Stolz!

Frauen haben Eisbeine

Wer kennt das nicht?
Man(n) liegt im Bett, ist so richtig schön müde und wäre in der Lage die nächsten 48 Stunden am Stück durchzuschlafen. Die Bettdecke bis unter die Nasenspitze gezogen (die darf nicht bedeckt sein, sonst kann ja niemand aus der Nachbarschaft das gigantische Schnarchen hören), die Bettdecke links und rechts unter den Allerwertesten geschoben und unter die Füße geklappt damit die nächtliche Kälte im Schlafzimmer keinen Weg darunter findet.

Es ist also mollig warm und man(n) fühlt sich sauwohl.

Neben einem liegt die Anvertraute und schläft ohne einen Mucks von sich zu geben. Alles ist quasi perfekt für den Schönheitsschlaf.

Das Traumland rückt in greifbare Nähe. So ein perfekter Traum könnte wie folgt aussehen:

Man(n) liegt bequem auf einem Chaiselongue, im Fernsehen flimmert gerade die Fussball-WM, Deutschland im Finale, das kühle Blonde mit perfekter Blume prickelt leise im Glas vor sich hin, Salzstangen sind in Reichweite, zwei leichtbekleidete Amazonen umtänzeln einen, fächern eine leichte Brise und füttern einen mit Weintrauben.

Eine der Amazonen umgarnt einen nun so sehr, dass man(n) die WM vergisst. Sie macht verlockende Angebote und man solle ihr doch mal folgen. Sie verlässt den Raum durch eine Tür. Angespornt von der Phantasie folgt man(n) ihr, öffnet die Tür und steht plötzlich barfuss im Schnee.

Das ist nun der Moment, wo man schlagartig aus dem Traumland geworfen wird.

Was ist da passiert?

Noch schlaftrunken richtet sich blitzartig der Oberkörper von der Horizontalen in die vertikale Sitzposition auf. Ein kurzer Blick auf den Wecker: 02:15. Alles scheint normal. Wo ist die Amazone? Und wieso stehe ich im Schnee? Hastig wird nach dem Schalter der Nachttischlampe gefummelt und dabei Wecker und das auf dem Nachtschrank stehende Glas Wasser zu Boden befördert.

Klack! Licht an, Augen verblitzt, Amazone nicht da, man(n) befindet sich im Schlafzimmer. Gut, alles klar, war nur ein Traum.
Aber wieso sind die Füße immer noch kalt als würde man im Schnee stehen?

Ein kurzer Blick unter die Bettdecke verrät es dann. Zwei Fremdkörper sind in das warme Heiligtum eingedrungen! Es sind die Füße der Liebsten.

Verdammt! Wieso haben alle Frauen eigentlich so kalte Füße? Warum werden diese mitten in der Nacht immer unter fremde Bettdecken gesteckt? Und vor allem: wo ist die Amazone? Ob sie wohl auch so kalte Füße hat? Was ist so besonders an Mannerfüßen dass Frauen die ihrigen immer an ihnen wärmen wollen?

Fragen über Fragen…

Für die erste habe ich so eine Theorie entwickelt.

Der Ursprung dafür liegt wahrscheinlich in der Steinzeit und wir Männer sind selber dran schuld. Damals, als die Welt noch in Ordnung war, wurde ja auch der Begriff des „Abschleppens“ entwickelt. Und der lief immer nach folgendem Schema ab:

Mann sieht Frau, Frau gefällt Mann, Mann schwingt Keule und zimmert diese auf den Schädel der Frau, Mann schleppt Frau an den Haaren in die heimatliche Höhle um mit ihr, äähh, Briefmarken anzusehen (Gab es die damals schon?), dabei schliffen die Füße der Frau durch Eis und Schnee. Und ich bin mir ganz sicher, dass sich das in den Genen festgesetzt hat.

Aber die anderen Fragen… Ich weiß es nicht und werde wohl auch bei längerem Grübeln zu keiner Lösung kommen.

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