Ein eingemauerter Mann, eine Nonne mit nacktem Hintern und das Grab von Graf Dracula

Gestern hat ja unser Urlaub begonnen und wir haben uns auf den Weg in Richtung Süden gemacht. Bevor wir jedoch zu unserem Urlaubsort in Österreich fahren haben wir einen Zwischenstopp bei meiner Schwägerin in Kitzingen eingelegt um einerseits sie und ihren Mann zu besuchen und andererseits die Fahrtzeit in den Urlaub zu verkürzen.

Heute sind die Frauen dann mit meinem Sohn in den Freizeitpark Geiselwind gedüst und ich habe mich, nachdem mein Schwager mir ein paar nette Details über die Stadt erzählt hat, mit Kamera bewaffnet auf den Weg gemacht und all diese Kuriositäten entdeckt.

In der katholischen St. Johannis Kirche befindet sich ein eingemauerter Mann der die neu eingebaute Orgel stützt. Zumindest sieht es so aus. Ebenso schauen ein paar finstere Gesellen auf die Gemeinde herab. Leider kennt mein Schwager die Bedeutung der Kameraden nicht. Wer näheres weiß darf sich gern im Kommentar auslassen.

Am Marktplatz im Gemäuer des Rathauses findet man nicht nur die Kitzinger Elle (Damit früher die Händler nicht schummeln konnten) sondern auch chinesisch ausschauende Zeichen und Symbole. Diese stammen von den Steinmetzen die am Bau beteiligt waren. Bewacht wird der Marktplatz vom Kitzinger Häcker, einer Wein trinkenden Steinfigur.
Und dann erzählte mein Schwager mir von einer unglaublichen Geschichte. Sie handelt von einer Nonne (Kitzinger Kätherle) die in einem Kloster in Ungnade gefallen ist weil sie sich mit dem Wein angefreundet hat. Der Erzählung nach hat sie sich dann auf der Rückseite des Rathauses mit einer Steinfigur verewigen lassen die dem gegenüber liegenden Kloster ihre Meinung dazu zeigt, sie zieht blank und erfreut sich am Rebensaft^^.

In der Nähe findet man ein Gebäude welches zwei Brüdern gehört. Diese sind sich aber nicht so ganz grün was man sogar von außen am Bauwerk sehen kann. Sie haben das Gebäude einfach zweigeteilt und auch je nach ihrem Geschmack eingerichtet. Von den unterschiedlichen Fenstern bis zur unterschiedlichen Farbe. Cool, oder?

Am Falterturm mit dem schiefen Dach habe ich den Schlappmaulbrunnen gefunden. Dort waschen sich zur Fastnacht die Politiker die Geldbörsen aus. Weshalb der Falterturm, in dem sich das Fastnachtsmuseum befindet, ein schiefes Dach hat kann man nur mutmaßen, es gibt keine genaue Erklärung dazu. Mir hat jedenfalls eine mögliche Erklärung recht gut gefallen: Es symbolisiert die für die Region typische Gangart nach heftigem Genuss des köstlichen Weins. Hihi…

Danach habe ich den alten Friedhof aufgesucht. Auf dem Gelände befindet sich die alte Gruft der Familie Herold. Diese ist recht schauerlich anzusehen: An der Decke findet man eine Darstellung der Apokalypse von Hesekiel, Totenschädel zieren außen die Gruft und Skelette bewachen diese. Während ich ein paar Details fotografierte lief eine Frau vorbei und sagte: „Grüßen Sie mir den Graf Dracula recht freundlich!“
Graf Dracula??? Mein Schwager klärt mich auf: Während der Zeit als in Kitzingen die amerikanischen Streitkräfte stationiert waren entdeckten diese natürlich auch irgendwann einmal diese Gruft. Und um den Familien daheim etwas erzählen zu können entstand daraus das Grab von Graf Dracula. Muhahaha!

Zu guter Letzt habe ich noch zwei alte Spuren des Krieges in Kitzingen gefunden. Einen Ein-Mann-Bunker und einen Zaun der recht kurios von Granatensplittern beschädigt wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.