Diagnose: Borreliose

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ixodes.ricinus.searching.jpg

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Gleich eines vorab: ich werde Euch nicht mit ausschweifenden medizinischen Details langweilen, dafür gibt es genug Quellen im Netz wie z.B. Wikipedia, zecken.de oder netdoktor.

Als Geocacher oder Wanderer kommt man ja sehr oft mit den übelsten aller Krabbler, der Zecke, in Berührung. Es gab bisher nur wenige Ausflüge durch die Botanik wo wir uns am Abend nicht die ein oder andere Zecke von der Kleidung geklopft oder von der Haut gezogen haben. Es gibt zwar einige Abwehrmittelchen welche aber keinen vollständigen Rundumschutz bieten wie z.B. ANTI BRUMM von Hermes, Nobite oder dem DEET-freien Ballistol Stichfrei. DEET steht für Diethyltoluamid, einer sehr effektiven Chemie-Keule bei den Insektenschutzmitteln. Für Erwachsene ok wenn man sich danach ordentlich wäscht, für Kids eher nicht.
Aber wie schon gesagt, diese Mittel schützen nicht immer zu 100%. Stelle vergessen sich einzusprühen, Wirkzeit überschritten (was bei einer langen Wanderung durchaus möglich ist) oder ähnliches.

Ergänzend sei auch noch erwähnt dass nicht nur die Zecke allein möglicher Überträger der Lyme Borreliose ist. Es gab auch schon Fälle der Übertragung durch Mücken oder Pferdebremsen.

Warum schreibe ich das alles?

In meinem Urlaub an der Nordsee stellte ich eines morgens am linken Knie einen etwa 50 ct großen Insektenstich fest dem ich aber erst einmal keine große Bedeutung beimaß, dort sausten abends häufig irgendwelche Mücken umher. Also kurz ein wenig Salbe gegen Insektensticke drauf, das wird schon wieder. Ein paar Tage später, der Fleck war immer noch zu sehen, juckte es immer noch. Also kurz den neu erworbenen Bite Away Stichheiler drauf gehalten. Der hat mir bisher bei allen Insektenstichen wirklich in Sekunden geholfen. Hier jedoch nicht, es juckte weiter.
Ein paar Tage später ging ich damit zu Arzt weil der Fleck inzwischen handtellergroß geworden ist und mächtig heiß war.

hier ein Bild vom Knie etwa 14 Tage nach dem Stich oder Biss. Klick drauf und schau es Dir in groß an.

hier ein Bild vom Knie etwa 14 Tage nach dem Stich oder Biss. Klick drauf und schau es Dir in groß an.

Ein Blick vom Arzt drauf und er sagte: „Sieht ja wie im Schulbuch aus, ne 1a Wanderröte, Du hast Borreliose“.

Seitdem werde ich nun mit Antibiotika behandelt und muss nach Abschluss noch dringend mein Blut untersuchen lassen um zu schauen ob mein Körper inzwischen genug Antikörper gebildet hat, Die Spätfolgen wären sonst furchtbar. Aber das kannst Du alles in den o.g. Links nachlesen.
Das Knie ist immer noch heiß wie verrückt, aber die Wanderröte ist inzwischen gestoppt. Was nun genau die Borreliose ausgelöst hat kann ich nicht sagen, ich kann mich an keinen Zeckenbiss erinnern. Lediglich daran dass mir im Urlaub eine Bremse ins Knie gebissen hat. Aber wie gesagt, selbst die können das übertragen. Selten, aber sie können es…

 

Ich kann es Dir/Euch echt nur ans Herz legen: schützt Euch beim Geocaching oder allen anderen Aktivitäten im Wald vor den Plagegeistern. Es gibt einfach keinen Impfstoff der Euch vor Borreliose schützt. Man kann sich derzeit lediglich durch die ebenfalls von Zecken übertragene Virus-Krankheit FSME impfen lassen.
Auch gibt es derzeit keinen verlässlichen Borreliose-Test so dass eine rechtzeitige Erkennung nahezu nur durch Beobachtung möglich ist.
Darum:

  • Vorab möglichst geschlossene Kleidung anziehen, die Socken über die Hosenbeine ziehen. Sieht blöd aus, hilft aber.
  • Ggf vorab mit Schutzmitteln einreiben/einsprühen
  • nach der Wanderung die Kleidung abklopfen und den Körper gründlich nach Zecken absuchen. Oft sieht man die Biester auch erst einen oder mehrere Tage später, dann meist schon festgebissen.
  • Zecken dann mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange entfernen. Vergesst bitte diese Ammenmärchen wie z.B. mit Öl oder Creme bedecken, dabei ersticken die Zecken nur, erbrechen sich in die Bisswunde und verschlimmern die Angelegenheit. Ebenso „dreht“ man Zecken nicht in irgendeine Richtung heraus, die haben kein Gewinde und der Kopf kann dabei abreißen. Ebenfalls nicht gut.
  • Bissstelle merken und beobachten. Oft ist diese ein paar Tage lang gerötet, sollte aber flott verschwinden.
  • Ggf mal dem Arzt zeigen
  • Sobald die Rötung größer wird und sich ein dunklerer Rand bildet: Definitiv zum Arzt. Der kann dann zuverlässig entscheiden was da los ist und was zu tun ist. Schaut Euch mein Bild vom Knie an, da sieht man die Wanderröte ganz gut

 

4 Gedanken zu „Diagnose: Borreliose

  1. dann gute Besserung
    Zecken hatten wir auch in letzter Zeit leider genug, aber auch mit langen Hosen/Socken/Jacken irgendwie kamen diese Viecher immer durch und überleben sogar das duschen 🙁

  2. Pingback: Cachepodcast #190 – Himbeerzecke | Cachepodcast

  3. Der Erfahrungsbericht hätte von uns sein können. Allerdings bereits aus dem letzten Jahr. Meine Frau ist ebenfalls mit einem vermeintlichen Insektenstich am Bein aus unserem Nordseeurlaub heimgekehrt. Da ihr Körper auf Insektenstiche schon häufiger mal mit heftigen Rötungen und Schwellungen reagiert, haben wir zuerst abgewartet. Als der rote Fleck sich aber weiter ausbreitete, suchte sie den Hausarzt auf. Borreliose. Eine Zecke als Ursache hatten wir eigentlich ausgeschlossen, die sollte uns aufgefallen sein. Wobei unser Arzt meinte, dass an Stellen zwischen Haut und Jeansstoff, wo es eng ist und zu Reibungen kommt, die Zecke in Stress geraten und aus eigenem Willen abfallen kann. In so einer Situation ist dann wohl auch das Infektionsrisiko größer.

    Ergänzenswert wäre wohl noch zu erwähnen, dass nicht jede Borreliose eine Wanderröte auslösen muss. Niedergeschlagenheit, Fieber, rheumatische Schmerzen können auch Hinweise auf eine Infektion sein. Unerkannte und unbehandelte Erkrankungen können beispielsweise schwere Nervenschäden verursachen.

    Wichtig: Je eher man eine festgebisse Zecke entfernt, desto kleiner ist das Risiko mit Borreliose infiziert zu werden. Nach dem Cachen/Wandern suchen auch wir uns deshalb gewissenhaft per „Ganzkörperscreening“ ab. Mit den Viechern ist nicht zu Spaßen und die Zeckenhäufigkeit wird leider immer größer. Gegen FSME haben wir uns mittlerweile auch impfen lassen.

    Besten Gruß
    Dirk

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