Das Netz jagt Joseph Kony!

Es ist das größte Projekt, das Internet und die sozialen Medien für eine einzigartige Fahndung zu nutzen, was es je gegeben hat. Und jeder kann mithelfen. Was in Niedersachsen über Facebook bereits erfolgreich funktioniert hat, soll jetzt helfen, die Nummer eins der Liste der gesuchten Verbrecher des internationalen Strafgerichtshofes weltweit zu fassen.

Joseph Kony – In Uganda kennt ihn jeder. Hier fast keiner. Seit 1987 ist er Anführer einer Rebellengruppe, die Krieg gegen die ugandische Armee führt. Sein Ziel: Ein Herrschaftssystem einzuführen, was auf den zehn Geboten basieren soll. Das besonders perfide – um das durchzusetzen, hat er geschätzt mehr als 50.000 Kinder verschleppt und zu Soldaten ausgebildet sowie unzählige Menschen umgebracht.

Seit 2005 gibt es einen Haftbefehl vom Internationalen Strafgerichtshof gegen ihn, aber der Mann ist nicht zu fassen – er ist einfach zu unbekannt. Und das ändert sich jetzt.

Der amerikanische Filmemacher Jason Russell zeigt ihn in einem Internetvideo, das seit Montag um die Welt geht. Er erzählt das Schicksal von Jacob, einem Jungen aus Uganda. Auch er wurde von Joseph Kony verschleppt und zum Kindersoldaten gemacht.
Inzwischen hat das Video schon mehr als 50 Millionen Klicks – der Plan geht auf und ein bisher fast unbekannter Massenmörder bekommt ein Gesicht.

Bei aller Freude über den Social Media Erfolg: Durch die Festnahme von Joseph Kony wird das Problem in Uganda nicht gelöst. Doch durch die Aktion kennen Millionen Menschen das Problem und das ist wichtig.
Das Internet macht Jagd auf einen Massenmörder aus Uganda. Wenn wir bedenken, dass heute mehr Menschen bei Facebook sind, als generell vor 200 Jahren auf der Welt – ein erfolgsversprechendes Vorhaben.

 

Quelle: Radio ffn

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