Aus Omas Kochbuch – Schwarzsauer

Schwarzsauer gehört definitv nicht zu den Rezepten die jedem schmecken. Für Vegetarier ist das hier schon gar nichts. Dennoch möchte ich Euch das Rezept vorstellen. Es stammt aus dem Kochbuch meiner Oma und ich habe es damals auch probiert. Dazu sei gesagt dass das Rezept aus der Zeit nach dem Krieg stammt. Einer Zeit, in der definitv alles vom Schwein verarbeitet wurde. Zum Nachkochen habe ich im Rezept einige Teile ausgetauscht weil man sie nicht so ohne weiteres mehr bekommt.

Die Zutaten (für eine große Bauernfamilie):

  • 1,5 Kg Schweinenacken ohne Knochen
  • 1,5 Kg Schweinebauch ohne Rippen und Schwarte (diese werden zum Kochen aber benötigt, daher vom Fleischer mitnehmen)
    (In Omas Rezept stehen hier Teile wie z.B. Ohren, Schnute oder Pfötchen)
  • 1,5 L Schweineblut (kann man beim Fleischer seines Vetrauens bestellen)
  • 3 Zwiebeln
  • 6 Loorbeerblätter
  • 10 Wacholderbeeren
  • 5 Nelken
  • 200 ml 10%er Branntweinessig
  • Salz, Pfeffer
  • Zucker

So wird es gemacht:

Fleisch, Schwarte und Knochen in einen großen Topf geben und komplett mit Wasser bedecken. Das Ganze dann ca. 1 1/2 Std. köcheln lassen.
Wichtig: die entstehende Brühe NICHT würzen! Sonst gelingt das Schwarzsauer später nicht!
In einem zweiten Topf die grob geschnittenen Zwiebeln, die Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und Nelken in 1/2 Liter Wasser zum Kochen bringen. Das Ganze dann ca. eine Stunde ziehen lassen.

Wenn das Fleisch gar ist (einfach mal mit ner langen Gabel einpieken, wenn es von der Gabel rutscht ist es perfekt) aus dem Topf nehmen, in mundgerechte Würfel schneiden und beiseite stellen.

Als nächstes braucht man einen recht großen Topf, ein Feinsieb und einen Helfer.

Man gibt nun eine Kelle der Brühe durch das Sieb in den Topf. Dann lässt man unter ständigem Rühren langsam eine Kelle des Bluts einlaufen. Ab jetzt darf das Helferlein nicht mehr aufhören zu Rühren! Das Einlaufen des Blutes muss langsam erfolgen weil es sonst gerinnt und das Schwarzsauer dann nicht bindet.

Nun stellt man den Topf auf den Herd und bringt das Schwarzsauer vorsichtig zum Kochen. Dann den vorher erstellten Gewürzsud durch das Sieb in das Schwarzsauer passieren. Jetzt mit Salz, Pfeffer, Essig und Zucker abschmecken.

Zum Schluss dann das in Würfel geschnittene Fleisch in das Schwarzsauer geben.

Servieren kann man dann das Schwarzsauer mit Kartoffeln oder wie meine Oma es immer gemacht hat mit Grießklößchen.

Wie gesagt, nicht Jedermanns Sache. Wem es einmal geschmeckt hat wird es sein Leben lang mögen. Allen anderen sei gesagt: daran wirst Du Dich nie gewöhnen ;o)

Wer das nicht in der Menge kochen möchte um es dann ggf. aus Ekel wegkippen möchte fährt am besten mal nach Schleswig-Holstein, dort kann man Schwarzsauer auch in Restaurants bestellen.

4 Gedanken zu „Aus Omas Kochbuch – Schwarzsauer

  1. Wer konnte sich denn nach dem Krieg ein Schwein,bzw.Schweinefleisch leisten?Schwarzsauer wird von Enten bzw .Gänse-Blut zubereitet.Ich esse es leidenschaftlich gern :+)))))))))))Dafür werden die Tiere auch gestochen und nicht wie üblich der Kopf abgehackt.Natürlich wird es vorher betäubt.
    Es ist eigentlich die gleiche Zubereitung wie Frikassee….außer das da keine Kapern,sondern die Innereien,Flügel,Füße und das Blut mit verarbeitet wird.Manche machen ja Trockenobst mit dazu,davon bin ich nun gar kein Freund. Na ja,jeder wie er´s mag …..aber mit Schwein auf keinen Fall.

  2. Schwarz sauer ist für uns eine Delikatesse, und essen es gern. Aber das unterschiedliche, ist,wir machen es nicht aus der Brühe vom Schweinefleisch, sondern nur aus Wurst Brühe,die beim schlachten anfallen,wenn die Wurst

    gekocht wird.sonst sind die Zutaten das selbe und mit Kartoffelklöße

  3. Hallo,

    habe gerade nachgeschaut ob jemand Schwarzsauer kennt. Ich kenne Schwarzsauer von meiner Mutter. Sie hat Enten und Gänse gehalten und wenn sie geschlachtet wurden gab es von den Kleinteilen Schwarzsauer. Wir alle haben sie geliebt. Gerne würde ich mal wieder Schwarzsauer essen, aber es fehlt das Blut für die Zubereitung. Schade. Würde gerne wissen, ob sie mir heute noch genauso schmeckt.

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